In einem aktuellen Blogpost nimmt Karl-Heinz Wenzlaff ein Kapitel des Igel-Faktors (Runde 10) auseinander. Bezeichnenderweise betitelt er seinen Beitrag mit “Friedhof der deutschen Branchenverzeichnisse“. Das finde ich gigantisch – genau so einen Austausch hatte ich mir gewünscht – eine echte und tiefe Auseinandersetzung mit den Inhalten, wow!
Bereits im Igel-Countdown hatte ich die Vorteile von Branchenverzeichnissen kurz benannt:
Für eine erhöhte Sichtbarkeit im Internet ist es sinnvoll, seine Website in verschiedenen Verzeichnissen und Branchenführern einzutragen. In der Regel sind bei diesen Portalen die Basiseinträge kostenfrei und es können erweiterte Pakete für einen bestimmten Monatsbeitrag gebucht werden. Abhängig vom Budget und der eigenen Zielgruppe kann es also Sinn machen, die Extra-Features in Anspruch zu nehmen.
Es geht mir also in Runde 10 um die Sichtbarkeit. Was genau bedeutet das? — Wo auch immer die Hasen auftauchen, der Igel ist schon da! D.h. wer – über welchen Weg auch immer, seien es viele oder wenige – in den virtuellen Gelben Seiten sucht, – “Ich bin mit meinem Unternehmen schon da!”
Dadurch dass die Eintragung recht fix geht und in den Basispaketen nichts kostet, stehen hier Aufwand und Nutzen in einem gesunden Verhältnis, auch wenn ich Karl-Heinz Wenzlaff grundsätzlich recht gebe (er belegt das ja auch wunderschön!), dass die Nutzerzahlen auf dem absteigenden Ast sind.
Allerdings finde ich diese Analyse auch im positiven Sinne recht aufschlussreich:
Nun kommen Sie und registrieren sich bei einem dieser Anbieter. Wann wird wohl der erste von den 200.000 Besuchern dieser Portale bei Ihnen anrufen oder über einen Link auf Ihre Corporate Website gelangen? Sie ahnen es bereits: bei “Das Telefonbuch” nach durchschnittlich 16 Tagen, beim “Örtlichen” nach 12 Tagen, und bei “Meine Stadt” kommt durchschnittlich einer in 11 Tagen bei Ihnen an.
Ja, holla die Waldfee! – Viele kleine Unternehmen, Existenzgründer, Einzelkämpfer (an die sich das Buch ja hauptsächlich richtet) wären schon froh, wenn sich alle 11, 12 oder 16 Tage ein Interessent über diese Plattformen meldet. Rechnen wir mal rückwärts: 10 kostenfreie Portale * 1 Kontakt pro Monat = 120 Kontakte pro Jahr durch eine Eintragung, die maximal 2 Stunden und kein Geld kostet. Ich finde, hier stimmt das Verhältnis.
Dass heutzutage Kunden besser und nachhaltiger durch Suchmaschinen-Optimierung, authentischen Inhalten in Weblogs, Podcasts, Twitter etc. gewonnen werden, steht außer Frage. Und das zeigt ja auch die Gewichtung im Igel-Faktor. So tauchen die Branchenverzeichnisse nur in einer mageren Runde auf, zur Suchmaschinen-Optimierung und Web 2.0 gibt es deutlich mehr Kapitel.
Zusammengefasst: Branchenverzeichnisse sind noch nicht gestorben, aber sie können sicher bald in Rente gehen. Genießen wir gemeinsam mit Ihnen den wohlverdienten (kostenfreien) Lebensabend.
Kleiner Nachsatz: Besonders freue ich mich natürlich, dass die “Business-Lektüre für die Badewanne” so gut ankommt:
Ein packendes Buch! Als ich gestern nach der Lektüre aus der Wanne stieg, war das Badewasser eiskalt.
Bin total gespannt auf weiteres Feedback zum Igel-Faktor und natürlich auf jede weitere inhaltliche Auseinandersetzung, vor allem, wenn meine Aussagen relativiert oder in einen anderen Kontext eingebettet werden. Nichts ist so unbeständig wie das WWW – also lasst die Tasten glühen!
